Der amerikanische Fernsehmarkt schenkt dem hispanischen Publikum immer mehr Beachtung. Online-Videoanbieter Netflix hat wieder Oberwasser. Der ZDFneo-Chef soll neuer ZDF-Programmdirektor werden. Und die BBC bereitet sich auf die Suche nach einem neuen Intendanten vor.Habla español?
Die USA zählen mittlerweile mehr als 50 Millionen Spanisch sprechende Bürger. Schätzungen zufolge wächst diese Bevölkerungsgruppe etwa vier Mal schneller als alle anderen. Entsprechend interessant ist die Latino-Community inzwischen auch für den amerikanischen TV-Markt. Der Fernsehsender Univision schlägt in den Einschaltquoten nicht nur regelmäßig den Network-Winzling The CW, sondern kann sich auch häufig vor NBC setzen. Bei den jungen Zuschauern in der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen liegt Univision sogar auf Rang 3 der Networks.
An diesen Erfolg möchte sich nun auch Rupert Murdochs Konzern „News Corp“ anhängen - und hat gemeinsam mit der kolumbianischen „RCN Television Group“ die Gründung eines neuen spanischsprachigen Networks in den USA angekündigt. MundoFox soll künftig den beiden Platzhirschen Univision und dem zu „NBC Universal“ gehörenden Telemundo Zuschauer streitig machen.
Unterdessen bereiten die bislang ausschließlich auf ein Spanisch sprechendes Publikum ausgerichteten TV-Anbieter ihre Expansion auf den englischsprachigen Markt vor: Wie The Hollywood Reporter berichtet, hat Univision auf einem Branchentreffen in dieser Woche angekündigt, in Zukunft alle Sendungen in der Primetime mit englischen Untertiteln auszustrahlen. Den Anfang soll in der kommenden Woche die neue Telenovela „El Talismán“ machen.
Der mexikanische Produktionsriese „Televisa“ hat derweil ein Koproduktions-Abkommen mit dem US-Studio „Lionsgate“ abgeschlossen - mit dem Ziel, gemeinsam englischsprachige Sendungen (Fiction und Non-Fiction) zu entwickeln, welche einen „Latino-Flair“ haben, aber gleichzeitig auch darüber hinaus Zuschauer erreichen sollen.
Der US-Sender Telemundo ist unterdessen laut Variety einen Deal mit dem mexikanischen Produktionsstudio Argos TV eingegangen, welcher die Produktion von Serien und Telenovelas im südlichen Nachbarland der USA vorsieht.
Banff startet eigenen Markt für Ko-Produktionen
Auf dem diesjährigen Banff World Media Festival in Kanada wird es einen speziellen Markt für internationale Ko-Produktionen geben. Das berichtet Variety. Senderverantwortliche, Produzenten, Finanziers und Distributoren sollen dort Gelegenheit zu Kontakten und einem intensiven Austausch über Themen wie das Finden des richtigen Koproduktions-Partners, Finanzierung und Vertragsstrukturierung erhalten.
Das Banff World Media Festival findet vom 10. bis zum 13. Juni statt.
Netflix erholt sich
Die amerikanische Online-Videothek Netflix kann mit positiven Nachrichten ins neue Jahr starten: Die Umsätze im vierten Quartal 2011 (876 Millionen Dollar) und der Nettogewinn (41 Millionen) lagen deutlich über den Erwartungen der Analysten. Darüber hinaus konnte Netflix einen Zuwachs bei seinen Abonennten um 220.000 auf nunmehr knapp 21,7 Millionen verkünden. Damit scheint das Unternehmen, wie Deadline Hollywood schreibt, das Schlimmste erst einmal hinter sich zu haben. Im vergangenen Sommer hatte Netflix durch eine Preiserhöhung zahlreiche Kunden verloren - und war in Folge dessen in erhebliche Börsen-Turbulenzen geraten.
Der Fokus von Netflix soll künftig vor allem auf dem Streaming-Geschäft liegen. Der postalische DVD-Verleih werde dagegen, so Netflix-CEO Reed Hastings, „dauerhaft“ zurückgehen. International hat Netflix zuletzt nach Großbritannien und Irland expandiert. Darüber hinaus aber zunächst keine Erweiterung des internationalen Geschäftsfelds geplant. Erst, so Hastings, müsse Netflix wieder zu „globaler Profitabilität“ zurückkehren.
Golden Globes vor Gericht
In Los Angeles hat am Dienstag der Prozess um die Vergabe der Übertragungsrechte für die Golden Globes begonnen. Der Veranstalter Hollywood Foreign Press Association (HFPA) klagt gegen die Produktionsfirma Dick Clark Productions (DCP), weil diese eigenmächtig eine Vertragsverlängerung mit dem US-Network NBC ausgehandelt habe. Die DCP sagt, dass sie dazu nach einer Vereinbarung mit der HFPA berechtigt gewesen sei. Die HFPA bestreitet das - und beklagt, dass die Rechte bei einem anderen Sender mehr Geld hätten einbringen können.
Junge Zuschauer nur schwer mit TV-Werbung zu erreichen
Media Life Magazine berichtet von einer neuen Studie, derzufolge junge Zuschauer (geboren zwischen 1981 und 2000) deutlich weniger Zeit mit dem Fernsehen verbringen als ältere Zuschauer - und deshalb auch von der Fernsehwerbung schwerer zu erreichen seien. Die Werbung, die die jungen Zuschauer sehen, werde von ihnen jedoch besser erinnert. Generell sei mittlerweile das Netz der beste Ort, um als Werbetreibender junge Zuschauer zu finden.
ZDFneo-Chef soll ZDF-Programmdirektor werden
Norbert Himmler, derzeit Spielfilm-Chef des ZDF und Geschäftsführer des Digitalkanals ZDFneo, soll die Nachfolge von Thomas Bellut als Programmdirektor des ZDF-Hauptprogramms antreten. Das berichten die Kollegen von DWDL. Bellut wird ab Mitte März neuer Intendant des Mainer Senders.
Bislang noch unklar ist, wer nun wiederum künftig die Geschicke bei ZDFneo leiten wird.
BBC: Wann geht Mark Thompson?
Eine Nachfolgediskussion steht auch der britischen BBC ins Haus. Lord Patten, der Vorsitzende des BBC Trust, hat laut The Guardian eine Headhunting-Firma mit Vorbereitungen für eine Suche nach einem neuen BBC-Generaldirektor beauftragt. Gerüchten zufolge, plant der derzeitige Amtsinhaber Mark Thompson seinen Abschied nach den Olympischen Sommerspielen. Lord Patten sagte dagegen, dass er nicht wisse, wann Thompson gehen werde. Es ginge ihm bei der Ausarbeitung einer Ausschreibung lediglich darum, für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein.
Channel Four will mehr in einheimische Produktionen investieren
Der britische Sender Channel Four plant laut Deadline Hollywood, im laufenden Jahr den Rekordbetrag von insgesamt 450 Millionen Pfund in einheimische Produktionen zu investieren. Dazu gehören sowohl Fernsehserien als auch Kinofilme, an denen Channel Four häufig beteiligt ist (aktuell beispielsweise an „The Iron Lady“). Für britische Produzenten ist das eine gute Nachricht, für amerikanische weniger. Denn das Plus bei UK-Investitionen soll ausgeglichen werden mit einer Reduzierung von Lizenzeinkäufen (insbesondere natürlich aus Hollywood).
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| wibi44 schreibt vor 4 Wochen Nun dann wird im ZDF-Hauptprogramm hoffentlich bald ein frischer Wind wehen. Es ist nahezu lächerlich, wie dort international erfolgreiche Serien und filme platziert werden. |
| atv1vox1 schreibt vor 4 Wochen Alle unter 50 bitte auf ZDF NEO umschalten .:-) |
| Deadh schreibt vor 4 Wochen Ob man in absehbarer Zeit auch des Spanischen mächtig sein müssen wird, um keine Top-Produktion zu verpassen? Immerhin werden wir wohl auf absehbare Zeit nichts von Netflix sehen. -.- |
Christian Junklewitz veröffentlichte diese Meldung am Freitag, 27.Januar 2012 08.00 Uhr
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