Großbritannien ist nicht nur die Heimstatt der Queen, des Fünf-Uhr-Tees und des Crickets, sondern auch Ursprungsland einer Vielzahl qualitativ überragender TV-Serien. In einer vierteiligen Artikelreihe versucht Christian Junklewitz nachzuzeichnen, auf welchen Grundlagen die hohe Kreativität britischer Serien beruht.Vor einigen Jahren bin ich in einem Artikel der Frage nachgegangen, wie Amerika zu seinen Qualitätsserien kam . Anlass für meine Betrachtungen damals war ein Seminar an der Uni Köln gewesen, in dem ich einen Gastvortrag über die US-amerikanische Fernseh- und Seriengeschichte hatte halten sollen - in den 90 Minuten, die mir zur Verfügung standen, aber kaum über die 50er Jahre hinauskam. Ich versprach den Studenten, das ihnen Entgangene zu verschriftlichen. Und weil ich dabei gerade schon einmal war, entstand daraus dann ein Artikel für Serienjunkies.
Drei Jahre später. Gleiche Situation. Wieder ein Seminar (diesmal an der Uni Hamburg). Wieder ein Gastvortrag. Und wieder waren 90 Minuten einfach nicht genug... Deshalb also an dieser Stelle eine kleine Abhandlung über eine hochaktuelle Frage: Wie lässt sich verstehen, dass ausgerechnet Großbritannien zum kreativen Zentrum der europäischen Serienentwicklung geworden ist? Welche historischen und ökonomischen Voraussetzungen mussten dafür gegeben sein?
Natürlich könnte man es sich sehr leicht machen und ähnlich, wie dies häufig im Zusammenhang mit den USA geschieht, die Frage einfach über das Geld beantworten: Großbritannien hat für seine Fernsehserien - nicht zuletzt wegen seiner kolonialen Bestrebungen in den Jahrhunderten zuvor, die zu einer globalen Ausbreitung der englischen Sprache geführt haben - einen großen durch die sprachliche Nähe definierten Absatzmarkt, der sicherstellt, dass die Briten sehr viel mehr Geld als beispielsweise wir Deutschen in TV-Produktionen investieren können.
Das ist sicherlich zum Teil richtig. Übersieht jedoch, dass es für britische Produktionen auch gewaltige kulturelle Barrieren gibt: Die Amerikaner mögen zwar genauso wie die Briten englisch sprechen, mit Ausnahme der letzten Jahre, in denen britische Serien ausgehend vom Kabelfernsehen auf geringem Niveau Erfolge erzielen konnten, waren britische Serien über viele Jahrzehnte hinweg auf dem US-Markt kaum bis gar nicht verkäuflich.
Gerne zitiere ich in diesem Zusammenhang noch einmal das Beispiel der britischen Soap Opera Coronation Street. Die Produktionsfirma Granada wollte die ungemein erfolgreiche Soap in den 70er Jahren in die USA exportieren - und bot Coronation Street den Networks für umsonst an. Einzige Bedingung: Die Serie sollte dann auch tatsächlich in den USA ausgestrahlt werden. Kein einziges Network griff zu! Ein großer potentieller Absatzmarkt ist eben noch kein realer.
Und selbst wenn den Briten durch Auslandsverkäufe mehr Geld zur Verfügung stünde, folgt daraus allenfalls etwas für den production value der Serien, aber bei weitem noch nicht für die Kreativität. Das ist ein Kurzschluss, den deutsche Produzenten und Senderverantwortliche gerne begehen bzw. als Entschuldigung vorschieben: Wir haben ja nicht das Geld, also können wir auch keine guten Serien drehen... Nun bietet aber gerade die britische Seriengeschichte viele Beispiele dafür, wie man selbst mit bescheidenen Mitteln - man denke an die Anfänge von Doctor Who - verblüffende Ergebnisse erzielen kann. Geld ist in der britischen Seriengeschichte also allenfalls ein mittelbarer Faktor.
Das wird auch und gerade dann deutlich, wenn man sich die Entwicklung britischer Serien anschaut. Oder vielmehr das Ausbleiben einer großen Entwicklung. Nehmen wir uns zum Vergleich einmal die USA vor: Dort haben die Fernsehserien in den letzten Jahrzehnten eine gewaltige Entwicklung durchgemacht, die nicht zuletzt auf die - im oben verlinkten Artikel von 2006 skizzierten - ökonomischen und regulatorischen Veränderungen der US-Fernsehlandschaft zurückging.
Da hatten wir in den 50er Jahren die Theaterserien, die von den Networks deshalb hergestellt wurden, weil sich nur die Oberschicht einen TV-Apparat leisten konnte - und zeitgenössische Bühnenstücke eine Unterhaltungsform waren, die bei den Besserverdienern und höher Gebildeten gut ankam. Aus dem Fernsehen wurde ein Massenmedium. Und die Networks fingen an, für diese Masse zu produzieren: Fortlaufend erzählte Soaps für die Hausfrauen am Tag; abgeschlossen erzählte Procedurals und Sitcoms am Abend.
Die Regulierungsbehörde FCC war mit der Qualität der US-Serien in den 60er Jahren jedoch gar nicht zufrieden und erhöhte unter anderem über die FinSyn-Regeln den Druck auf die US-Sender. Diese fingen in den 70er Jahren dann konsequenterweise damit an, gesellschaftlich relevante Themen zu verarbeiten (zum Beispiel in All in the Family oder M.A.S.H.) und produzierten anspruchsvolle Miniserien, mit denen erstmals das fortgesetzte Erzählen in die Prime Time Einzug hielt (der Trend zur Miniserie wurde übrigens aus Großbritannien importiert - ebenso wie viele Formatideen).
Die 80er Jahre brachen an - und die Networks befanden sich in einem immer schärfer werdenden Wettbewerb: Mit dem seit den 70er Jahren zunehmend Verbreitung findenden Kabelfernsehen. Mit den Lokalstationen, die damit begannen, selbst hochwertige Serien wie Star Trek - The Next Generation im Rahmen der so genannten First-Run-Syndication zu zeigen. Und mit dem neuen Network FOX, das 1985 erstmals auf den Plan trat. Die Reaktion der Networks bestand daran, Zuschauer durch horizontal erzählte Serien wie Dallas an sich zu binden und gezielt Nischenpublika mit anspruchsvollen Narrationen wie Hill Street Blues anzusprechen.
Die 90er Jahre haben diesen Trend mit der völligen Deregulierung der Medienmärkte, der Bildung großer Unterhaltungskonzerne und der damit einhergehenden Entfesselung der Wettbewerbskräfte nur noch einmal verstärkt. Dieser Wettbewerb der Sender untereinander hat zu einer Pluralisierung und Hybridisierung der Serienformen geführt: Je nachdem, welche Zuschauerschaft man erreichen möchte, ist es heute prinzipiell möglich, jede beliebige Art von Serie in der Prime Time zu programmieren: Ob klassisches Procedural (z.B. Flashpoint), Mischform (z.B. Fringe) oder Fortsetzungsserie (z.B. Lost). Unter den Bedingungen des US-Marktes sind die Autoren regelrecht dazu angehalten, immer neue erzählerische und thematische Variationen zu finden, mit denen ein möglichst großes Stück aus dem immer stärker segmentierten Zuschauer-Kuchen herauszuschneiden ist. Vom Einfluss neuer Technologien wie DVD oder Internet einmal ganz zu schweigen.
Soweit die Entwicklung der US-Seriengeschichte im Schweinsgalopp.
Das Faszinierende, ja das Einzigartige an der britischen Seriengeschichte ist nun, dass es eine solche Entwicklung, wie sie hier für die USA nachgezeichnet wurde, auf der Insel nie gegeben hat. Natürlich kennt auch die britische Seriengeschichte bestimmte Trends und Moden. Aber eine derart große Bewegung, wie sie in den USA zu beobachten ist, hat in Großbritannien niemals stattgefunden. Denn nahezu alle Elemente der britischen Serientradition hatten sich bereits innerhalb des ersten Serien-Jahrzehnts entwickelt.
Die Vorherrschaft einer bestimmten Serienform in der Prime Time, wie dies über viele Jahre hinweg in den USA mit der Episodenserie der Fall gewesen ist, hat es ebenfalls im Vereinten Königreich nie gegeben: Von den 50er Jahren an standen Fortsetzungs- und Episodenserien gleichberechtigt im Abendprogramm nebeneinander.
Das erste eigenständig für das neue Medium produzierte Fernsehspiel (welches also nicht auf einer Roman- oder Bühnenvorlage basierte) war 1953 das sechsteilige SciFi-Serial The Quatermass Experiment, welches von einem von Außerirdischen herbeigeführten Raketenabsturz handelte. Bis heute gilt die Serie (samt ihrer Fortsetzungen) als eine der herausragendsten britischen TV-Produktionen. Ebenso entstanden daneben aber auch schon sehr bald episodisch, d.h. abgeschlossen erzählte Serien wie beispielsweise eine der ersten TV-Versionen von Robin Hood (ebenfalls 1953).
Mit The Grove Family schuf die BBC 1954 die erste Soap Opera im britischen Fernsehen. Egal ob Soaps, Krimis, Science Fiction, Kinderserien, Literaturadaptionen oder aufwändig produzierte Mehrteiler - die Grundbausteine dessen, was bis heute den Kern britischer Serien-Genres ausmacht, war bereits von den 50er Jahren an vorhanden. Als die allererste britische Fernsehserie überhaupt gilt die mehrteilige Kinderbuch-Verfilmung Little Women von 1951.
Ein hoher Anspruch an die eigenen Serien und die damit einhergehende Tendenz zu Quality Television Series sind anders als in den USA nicht das Resultat einer langwierigen, komplizierten Entwicklung, sondern ein Grundzug des britischen Fernsehens, der sich über die Jahrzehnte hinweg beobachten lässt: Egal ob bahnbrechende SpyFy-Serien wie The Avengers und The Prisoner in den 60er Jahren, von der Kritik gefeierte Mehrteiler wie die Literaturadaption I, Claudius und das Krimi-Musical The Singing Detective in den 70ern und 80ern, innovative Comedyserien wie Coupling, Queer as Folk und The Office seit den 90ern oder gewagte Genre-Mixturen wie Life on Mars und Misfits im letzten Jahrzehnt - wie es scheint, hat es zu keinem Zeitpunkt keine Qualitätsserien jenseits des Ärmelkanals gegeben.
Das bedeutet nun nicht, dass alles an Serien, was von der Insel kommt, durchweg gewagt und innovativ ist. Natürlich gibt es daneben auch eine Vielzahl von Produktionen, die einfach nur das bieten, was man solide Unterhaltung nennen kann: Wie beispielsweise die mit der Gewissheit von Jahreszeiten immer wieder neu als Serie aufgelegten Agatha-Christie-Krimis rund um Marple oder Poirot.
Ja, sogar regelrechten Schrott gibt es Made in UK: Herausgreifen möchte ich hier als Beispiel den unsäglichen Medium-Verschnitt Afterlife, in dem die sonst so brillante Lesley Sharp (Bob & Rose) ihr Talent über 14 Folgen hinweg an eine völlig überflüssige Serie verschwendete.
Der Punkt, um den es hier jedoch geht, ist folgender: Die britische Seriengeschichte zeigt eine im Vergleich zu den USA bemerkenswerte Stabilität und Konstanz, was das Vorkommen anspruchsvoller Qualitätsserien betrifft. Zu klären wäre demnach, was die Gründe dafür sind: auf Seiten der Institutionen, auf Seiten der Macher und auf Seiten des Publikums.
Dazu in der nächsten Woche: Ein kleiner Überblick über http://www.serienjunkies.de/news/wie-die-24954.htmldie britische Rundfunkgeschichte.
10 Kommentare| wibi44 schreibt vor 8 Monate Zunächst einmal ist zu erwähnen, dass es nirgendwo sonst auf der Welt eine ähnliche Entwicklung des Fernsehens und seiner fiktionalen Inhalte gab wie in den USA. Allerdings zeichnen sich die Briten zum einen durch Stabilität und zum anderen durch Einfallsreichtum aus. Hinzu kommt, dass sogenannte Spielfilmserien - besonders Crime-Serien - seit langen Jahren eine bemerkenswert hohe Qualität liefern und dies sicher auch auf die wöchentlichen Serien Einfluss nimmt. Wobei die Briten hier etwas gemacht haben, was man in der Breite sicher auch noch nirgendwo getan hat, sie haben Romanvorlagen verfilmt. In Deutschland hat man es zumindest eine Zeitlang - wenigstens als Mitproduzent - auch versucht. Raumschiff Orion oder auch eine kleine Jerry-Cotton-Reihe sowie der einzig echte Dauerläufer, die Edgar-Wallace-Verfilmungen, entstanden. Leider wird die Qualitätsserie hierzulande oft abgestraft. Ein besonderes Beispiel ist sicher "Blackout". |
| Rare83 schreibt vor 8 Monate Sehr interessanter Artikel. Ich hatte erst vor ein paar Tagen mit einem Freund eine Diskussion darüber, warum aus Deutschland keine guten Serien hervorgehen. Der Artikel untermauert mein Argument, dass ich damals hatte, eigentlich ziemlich gut und ich stelle das mal als Frage in den Raum. Liegt es wirklich daran dass die Deutschen keinen Mut zur Kreativität haben? Sind wir wirklich nur noch die unkreativen Quadratdenker als die wir auch gerne von außen gesehen werden, die den Abstand zur nichtparken-Zone messen und bei 30 Zentimeter zu wenig einen Strafzettel verteilen? Sicherlich gibt es einige gute Filmproduktionen aus Deutschland die hervorstechen aber gerade was TV Serien angeht, bekomme ich das Grausen wenn ich sehe was es da so zur Auswahl gibt. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, scheint es in Deutschland kreativ zu sein, bestimmte Konzepte einfach abzukupfern und diese billigst umzusetzen. Besser schleht geklaut als noch schlechter selber gemacht. So kommt es mir manchmal vor und entschuldigung falls ich irgendjemand hier damit auf die Füße trete. Ich maße mir auch keinesfalls an, die Problematik in ökonomischem Sinne wirklich zu durschauen, nur finde ich das einfach nur traurig. Ich weiss dass es bei uns sehr viele, sehr kreative Menschen gibt die Ideen und Träume haben. Werden diese Menschen einfach zu wenig gefordert? Muss man zu viel zahlen um seinen Traum zu verwirklichen oder fehlt uns einfach eine Traumfabrik wie Hollywood? |
| hellfeyer schreibt vor 8 Monate schöner startschuss...sehr gespannt auf die fortsetzung. sollten wir in D tatsächlich sehr viele, sehr kreative menschen haben, dann fragt sich, auf welchem abschnitt des weges deren ideen krepieren. warum sind hierzulande nur 2-3 genres möglich? ist die einteilung in U(nterhaltend) und E(rnsthaft) typisch deutsch? was ist der (verschuldens-)anteil der öffentlich-rechtlichen gremien? warum sitzen in diesen (und den entsprechenden "kreativ"-abteilungen der privatsender) nicht die kreativsten köpfe überhaupt? liegt es nur an der mangelnden breite des marktes? im übrigen schluss mit lamentieren, konstruktive kritik inkl. lösungsansätze ist gefragt. hören den vortrag denn auch die richtigen? auf dieser internetseite gilt, was rummäkeln an deutschen serien anbelangt, ja wohl "don't preach to the already convicted"... lernen von den briten - zumindest in der spitze sollte niveau am start sein. schade, dass es mit kdd z.b. zurzeit "nur" ein krimi schafft, mit konventionen ernsthaft umzugehen... |
| goodspeed schreibt vor 8 Monate Um zu erkennen dass es in Deutschland nicht an Kreativität fehlt, muss nur an den gängigen Filmhochschulen eine Pitchsession besucht werden. Viele Konzepte die da belächelt abgewürgt werden, wären Rohdiamanten die man mit einem fähigen Autorenteam veredeln könnte. Ich bin es müde darüber zu sinnieren warum Deutschland keine Qualitätsserien zustande bringt. Es gibt sicherlich zahlreiche Gründe die dazu beitragen, aber für mich der Hauptgrund, abgesehen davon dass nichts gewagt wird was wiederum auf die Finanzierungspolitik zurückzuführen ist, ist dass die Deutschen weder den deutschen Film noch das deutsche Fernsehen wertschätzen. Die Franzosen und die Briten stehen hinter ihren Produktionen und belohnen diese mit unglaublichen Zuschauerzahlen. In Deutschland dagegen muss man froh sein wenn Qualitätsfilme die 100'000 Marke knacken (und ich red hier nicht von den Bullyfilmen). Es kommen monatlich Spitzenfilme ins Kino die kein Mensch schaut, weil es ein deutscher Film ist. Traurig aber wahr. Und so erginge es auch den Serien. Warum soll man sich deutsche Serien anschauen wenn man doch Lost oder Mad Men ziehen kann? Deutschland hat die Kreativität aber nicht Mentalität gute Serien zu produzieren. -- zuletzt geändert:01.02.2010 16:34 |
| Mr.Moe schreibt vor 8 Monate Ein entscheidender Unterschied der britischen TV Serie zur amerikanischen liegt in der Episodenzahl pro Staffel. Während im den USA zwischen 20 und 25 Folgen üblich sind, sind Episodenzahlen von 6 pro Staffel in England nichts seltenes. Ich weiß zwar nicht, wie die Unterschiede da in früheren Zeiten waren und es ist auch bei manchen Serien in Übersee ein leichter Trend zu weniger Folgen pro Staffel erkennbar, aber dennoch ist das durchaus ein wichtiger Faktor. Denn 3 mal so viele Scripte schreiben lässt sich teilweise nur über Qualität auffangen. Was natürlich wieder die Frage aufwirft, was die Deutschen da falsch machen. |
| maddoc schreibt vor 8 Monate Das mit der Episoden Anzahl hängt an der menge der Leute die an einer Serie schreiben. In den USA sind es fast immer Teams so das auch 20 Folgen drin sind, in England sind es oft nur zwei Leute die an einer Serie schreiben. |
| schnuff schreibt vor 8 Monate Poirot! Marple! Keiner strahlt sie aus hier! Okay, 3 Folgen von Poirot werden demnchst mal wieder im MDR wiederholt...... |
| __xx__thx1138 schreibt vor 8 Monate @Christian: Vielen Dank für diese übersichtliche Zusammenfassung, freue mich schon sehr auf die Fortsetzung(en). @Mr.Moe: Da gebe ich dir recht, auch wenn gelegentlich in der Vergangenheit mal über zehn Folgen geordert wurde (Beispiele: Robin of Sherwood, Survivors (75er-Version), Blake's 7....). Ich mag diese kurzen Staffeln. Gerade im phantastischem Bereich werden dadurch neue Konzepte ohne stilbrüche auf den Punkt erzählt (aktuell gesehen bei: Apparitions, Dead Set, Being Human). @maddoc: Nö. Wie kommst du darauf? Wo steht das? Gib mal bitte ein paar Quellen an. Auf diese Weise wären OZ und Babylon 5 nie entstanden. @schnuff: Janee, iss klar, daher kennt das hier auch keine Sau. Boah, das läuft seit 30 Jahren immer wieder mal irgendwo im öffentlich-rechtlichen. |
| MichaBln schreibt vor 8 Monate Sehr schöner Artikel ... was mir aber gänzlich fehlt ist die Berücksichtigung des Zuschauers, denn Deutsche schauen nunmal anders TV als die Amerikaner oder Briten. Was im Ausland als Qualitäts-Serie gilt, kann in Deutschland völlig untergehen, das gilt für deutsche Produktionen ebenso wie für die Serien-Importe. D.h. was dem Zuschauer gefällt, und was nach objektiven Kriterien "Qualität" ist, ist mitunter was völlig anderes. Zudem werden auch die Serien werbetechnisch schlecht vermarket ... denken wir nur mal an das noch recht frische 30 Rock - Disaster. Auch Lost, 24, Dexter, Veronica Mars ( ... hier weitere 100 Serien-Titel einsetzen ...) alles defacto Flops. Alle Serien haben gemeinsam, unzureichend vermarktet worden zu sein oder an unfähiger Programm-Planung gescheitert zu sein (das haben die Briten wesentlich besser drauf). Bei dem Versuch "moderne" (klar ist Definitionssache) Formate an den Mann zu bringen sah es in den letzten Jahren auch nicht gut aus ... man denke vor allen Dingen an die vielen (qualitativ schwankenden) CSI-Klone. Auch werden in Deutschland kaum Reruns ausgestrahlt (in der 1. Woche nach Erstausstrahlung). In der Art und Weise der Vernarktung einer Serie sind sich Großbritanien und die USA einfach viel ähnlicher und ohne die entsprechende Vermarktung ist es eben schwer in Deutschland eine hochqualitative Serie dauerhaft an denn Mann bzw. Markt zu bringen. |
| wibi44 schreibt vor 8 Monate Ich dachte wir sinnieren über britische Serien aber wenn wir schon dabei sind, dann noch etwas zu deutschen Serienproduktionen. Es gibt in Deutschland sicher genug kreative Köpfe, die auch gute Serienware zustande bringen würden. Aber zwei limitierende Faktoren für Qualitätsserien in Deutschland sind: a) der deutsche Fernsehzuschauer und b) die Bezahlung der Autoren. Wenn man die Einschaltquoten von den wenigen guten deutschen Serien der letzten 10 Jahre verfolgt ist festzustellen, dass der Deutsche mittlerweile lieber schwachsinnige Soaps oder Castingshows jeden Formats sieht als wirklich gute Serien - bei Serials schaltet der deutsche Zuschauer noch schneller ab. Wirklich gut laufen "Serien" in Deutschland nur in Spielfilmkonzepten wie beim Tatort, Nachtschicht, Unter Verdacht oder Wilsberg. In Deutschland werden auch die Autoren meist schlechter bezahlt als in den USA. Liegt größtenteils an den o. g. Faktoren. |
Christian Junklewitz veröffentlichte diese Meldung am Montag, 1.Februar 2010 12.00 Uhr
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