Wir wussten schon länger, dass Adrian Monks ehemalige Assistentin Sharona (Bitty Schram) kurzzeitig zu ihrer alten Wirkungsstätte zurückkehren würde. Am Freitag war es dann in de USA soweit. Während die Episode Mr Monk und Sharona die Serie ein bisschen weiter Richtung Serienende brachte, war der Fall der Woche doch eher langweilig.Auf einmal war sie da: Sharona (Bitty Schram) steht im Raum. Adrian Monk (Tony Shalhoub) traut seinen Augen nicht. Und seinem Zeitgefühl: „Welches Jahr ist es?!“ fragt er in leichter Furcht vor der Antwort.
Hallo Scharona, wie geht es?
Die Zuschauer erfahren, was passiert ist, seit wir Sharona das letzte mal gesehen haben: Wir wussten bereits aus Erzählungen, dass die ehemalige Krankenschwester von San Francisco nach New Jersey zurückgezogen war, um ihrer Beziehung mit Ex-Mann Trevor - gleichzeitig Vater von Sharonas Sohn Benji - eine zweite Chance zu geben.
Dieser Versuch ist nun endgültig gescheitert. Sharona arbeitet als Verwaltungs- und Pflegekraft (man vergleiche die Serie HawthoRNe) in einer Einrichtung für Veteranen. Ihr Sohn Benji schaut sich nach Colleges um, aber ob sich die Familie ein Studium wird leisten können, steht auf einem anderen Zettel.
Sharona selbst ist nach San Fransisco zurückgekehrt, um eine Erbschaft anzutreten: Ein entfernter Onkel starb bei einem Sturz auf einem Golfplatz. Da es bereits aktenkundige Beschwerden über die betreffende Stolperfalle gab, plant Sharona zu klagen.
Business as usual
Auf dem Weg zu einem ersten Gespräch mit dem Golfplatzbetreiber können Sharona und Monks aktuelle Assistentin Natalie (Traylor Howard) gemeinsam über Monks bisweilen schrulligen Eigenheiten lachen.
Beim Treffen dann zeigt sich der Golfplatzbetreiber einem Rechtsstreit recht abgeneigt - und schiebt daher ein sehr, sehr großzügiges Vergleichsangebot über den Tisch. Für Sharona wird es zu einem Glücksfall im Unglück: Benjis Studium ist gerettet.
Doch als Adrian einen Blick auf einige Fotos vom Unfallort erhascht, fallen ihm gleich mehrere Ungereimtheiten auf: Sollte es sich bei dem Todesfall doch um Mord handeln? Was schlecht für Sharona wäre, denn dann wäre ihr Onkle eben keinem Unfall auf dem Golfplatz erlegen und dessen Betreiber vom Haken - und Benji ohne Studienfonds. Da Sharona ihren Onkel kaum kannte, bleiben diesbezügliche Emotionen außen vor.
Mama und Mama streiten sich
Nachdem Adrian seine Befürchtung länger vor Sharona geheim zu halten versucht, kommt es - nach einigen herzlichen Wiedersehensumarmungen - auf dem Polizeirevier zum Eklat: Natalie drängt Adrian, seinen Verdacht zu offenbaren. Der drohende Wegfall des gerade erst gefundenen Studiengeldes macht Benjis Mutter wütend, was sie an der moralisch (und selbstgerecht) auftretenden Natalie auslässt. Spätestens hier wird offenbar: Die beiden auf dem Papier so ähnlichen Frauen sind zielmich unterschiedlich.
Adrian hat unter dem Streit der beiden wichtigsten (lebenden) Frauen in seinem Leben sehr zu leiden. Schließlich ergreift er sogar die Flucht - Sharona und Natalie spüren ihn an Trudys Grab auf.
Wenn Adrian glaubt, es ist ein Mord ...
Die Ermittlungen des Dreigespanns schreiten voran und schließlich wird die Wahrheit offenbar: Sharonas Onkel war alles andere als ein Chorknabe. Wegen einer Affäre wurde der passionierte Versicherungsbetrüger vom gehörnten Ehemann umgebracht. Der bediente sich einer perfieden Intrige, um seine Tat zu verschleiern.
Unglücklicher Weise hatte die Dreiecksgeschichte zwischen Adrian, Sharona und Natalie dazu geführt, dass der Mörder von dem gegen ihn aufgekommenen Verdacht Wind bekommt. So bedarf es außergewöhnlicher Anstrengungen, um Indizien zu sichern, die Adrians Analyse der Geschehnisse in dem Mordfall untermauern.
Ende gut, ...
Was schließlich auf dem Golfplatz gelingt. Als „Bonus“ bricht sich Sharona an der bereits bekannten Stolperfalle den Arm: Trotz Mord hat sie nun einen gerechten Grund, den Golfplatz zu verklagen und so Geld für Benjis Studium zu erhalten.
Beim dann doch herzlichen Abschied gibt es - neben Sharonas Ankündigung, für den Schadenersatz-Prozess zurück zu kommen - noch eine weitere Überraschung: Ein Küsschen zwischen Sharona und Randy (Jason Gray-Stanford), das auf eine gerade (jenseits des Bildschirms) aufkeimede Beziehung zwischen den beiden hindeutet.
Bemerkungen
Für diejenigen, die es damals nicht so genau mitbekommen hatten (oder es bereits wieder vergessen hatten) eine kleine Rekapitualtion der Sharona-Situation: Sharona Flemming war in den ersten zweieinhalb Staffeln der Serie Adrians Assistentin. Die sehr patente Frau war zunächst (vor Handlungsbeginn) Adrians Krankenschwester, nachdem dieser wegen Trudys Tod intensive Betreuung brauchte. Mit starker Hand und einem „Tough-Love“-Ansatz brachte sie Adrian wieder soweit auf die Beine, dass er schließlich als „Berater“ für die Polizei arbeiten konnte. Sharona wurde von Adrians Krankenschwester zu seiner Assistentin. Und Adrian hatte bei ihr und Sohn Benji Familienanschluss.
In der Produktionspause nach er ersten Hälfte der dritten Staffel kam es zum Zerwürfnis zwischen Darstellerin Bitty Schram und den Produzenten: Während Tony Shalhoub alles Lob für den Erfolg von Monk einheimste - einer Serie, die den Sender USA Network auf die Erfolgsstraße in Sachen Eigenproduktionen brachte - ging Schram weitesgehend leer aus. Im Streit um eine ausbleibende deutliche Gehaltserhöhung verließ Schramm die Serie dann, letztendlich jedoch auch hablbwegs gütlich. Letztendlich hat die Zeit gezeigt, dass Monk das ganze besser überstanden hat als Schram.
Natalie vs. Sharona
So kam es, dass die Produzenten von Monk seinerzeit eine neue Assistentin für Adrian brauchten. Man engagierte Traylor Howard. Während man einerseits das vorherige Szenario weitestgehend kopierte - allein erziehende Frau ohne nennswerte familiäre Wurzeln unterstützt Adrian Monk - war man doch im Detail sehr bedacht darauf, die neue Figur Natalie von ihrer Vorgängerin Sharona abzugrenzen: Sharona war eine sehr bodenständige, praktisch veranlagte Frau der Tat, die Adrian Paroli gab und ihn forderte, Natalie eine wohlerzogene, moralische Frau mit Prinzipien und einem liebenswerten Wesen, die in einem kräfteraubenden Ansatz versuchte, jederman gerecht zu werden.
Während die Unterschiede zuvor wegen der erwähnten schwierigen Personal-Situation nicht genauer ausgearbeitet werden konnten, wurde dies nun mit dieser Episode auf angemessene Art nachgeholt. Dabei gelang es den Verantwortlichen, beiden sympathischen Frauen gerecht zu werden, unbd dabei auch ihre „Fehler“ zu zeigen: Auf der einen Seite Sharona, die bereit wäre, für das Wohl ihres Sohns vielleicht auch ein Unrecht zu akzeptieren, auf der anderen Seite Natalie, die Adrian gegenüber eigentlich zu weichherzig ist.
Nicht sein bester Fall
Ganz klar steht in dieser Episode die Beziehung zwischen Adrian, Sharona und Natalie im Vordergrund. Der Rest der Episode und insbesondere der Fall müssen da hinter der inneren Entwicklung der Figuren zurückstehen und bleibt damit reiner „Stichwortgeber“.
Von dem ungewöhnlich generösen Vergleichsangebot am Anfang der Episode über die einzelnen Erkenntnisse bis hin zum Schnappen des Mörders hin diente jeder Schritt in diesem Fall alleine dazu, die drei Hauptfiguren durch ihre innere Reise zu lotsen.
Und irgendwie bleibt das Gefühl, dass auch der gebroche Arm am Ende der Episode noch seine Funktion in der Serie haben wird. Zwar hieß es, Schram werde nur für eine einzelne Episode zu Monk zurückkehren, aber spätestens nach dem Küsschen zwischen Randy und Sharona bezweifle ich dass.
Und dann war da noch ...
Fast möchte man dem „Schurken der Woche“ auf die Schulter klopfen und Darsteller Jack Wagner (aus dem Original von „Melrose Place“; derzeitiger Lebensgefährte von Heather Locklear) versichern, dass es nicht seine Schuld war, dass sein Gastauftritt so „unbemerkenswert“ blieb - die Episode hatte einfach eine ganz andere Ausrichtung.
Fazit
Zwar gelingt es den Produzenten mit Mr. Monk and Sharona,Monk, ein weiteren Kapitel von Monk im Angesicht des bevorstehenden Serienendes abzurunden, doch leider bleibt die Episode insgesamt deutlich „unter Durchschnitt“. Überraschend allerdings, dass die Produzenten es mit der angedeuteten Randy-Sharona-Beziehung angegangen haben, ein weiteres noch offenes Thema anzugehen - man vergleiche meinen Analyseversuch vor Beginn der Staffel, Ein Happy-End für Monk?.
Aber hat es zwischen Randy und Sharona früher wirklich auch schon Anklänge gegeben? Ich kann mich nicht jedenfalls nicht erinnern - ist aber auch schon länger her...
1 Kommentare| Anubiz schreibt vor 11 Monate naja, die Fälle laufen doch schon ne ganze Weile nur noch unter ferner liefen … kommt nur noch selten vor, daß man nicht nach paar minuten weiß wer der mörder is oder warum er es tat Die Figuren sind es, was die Serie ausmacht. fand die folge spitze. wie ich das bord mit den tatortfotos sah, wußt ich gleich: haha, weg is das geld :D |
Bernd Michael Krannich veröffentlichte diese Meldung am Montag, 26.Oktober 2009 15.15 Uhr
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