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Terminator for Life: Interview mit Summer Glau

Wie schon versprochen, haben wir das Glück, euch hier ein exklusives Interview mit der Terminatrix Cameron (Summer Glau) anbieten zu können. Dafür nochmals herzlichen Dank an Summer Glau selbst für ihre Zeit, an die Organisatoren der FedCon in Bonn und vor allem an Frau Brigitte Scherr, die das Interview möglich machte.


Am letzten schönen, sehr frühen Samstagmorgen machte ich mich auf den Weg nach Bonn, um Summer Glau zu treffen. Die Freude auf das Interview half mir dabei, etliche Autobahnsperren und Umleitungen mit relativ wenig zerrissenen Nerven zu überstehen. Das Interview auf der diesjährigen FedCon war für 11 Uhr angesetzt; mit Müh und Not erreichte ich nach 6 Stunden Fahrt um 10:30 Uhr endlich das Maritim Hotel. Schnell die Akkreditierung hinter mich gebracht und ehe ich mich umsah, stand Summer Glau vor mir: Hi.

Im Folgenden entstand ein, hoffe ich, interessantes Interview, das nur von den Hustenanfällen der leicht erkälteten Summer unterbrochen wurde. Sie erzählte von ihren Erfahrungen mit dem Network-TV, von der Zukunft von Terminator: The Sarah Connor Chronicles, von ihrer Figur Cameron, von treuen Fans und ihren Lieblingsserien.

V.T.: Hi, Summer. Ich möchte mich bedanken, dass du Zeit gefunden hast, um uns ein paar Fragen zu beantworten. Die Fans werden sich sehr freuen.

S.G.: Gerne.

V.T.: Die erste brennende Frage: Kannst du mir sagen, ob Terminator: The Sarah Connor Chronicles abgesetzt wird oder nicht? Weißt du das?

S.G.: Das ist eine komplizierte Situation. Ich bin seit 7 Jahren im TV-Geschäft und in dieser Zeit veränderte sich unheimlich viel. Somit veränderte sich auch die Art und Weise, wie die Networks arbeiten. Mittlerweile herrscht ein bisschen Chaos - Staffeln werden gekürzt, andere länger gemacht, in Teile aufgeteilt, zu ungewöhnlichen Zeitpunkten werden Piloten bestellt, Serien machen lange Pausen, kommen dann wieder etc. Es ist nicht mehr so, wie es mal war, dass man als Schauspieler einen Vertrag hat und einen sicheren Job von mindestens 22 Episoden bekommt. Jetzt kann es sein, dass ein Network nur drei Episoden bestellt oder nur zehn. Momentan hängt Terminators Zukunft davon ab, wie viele Piloten einen guten Eindruck auf FOX machen, wie viele neue Serien bestellt werden und welche Mittel dadurch zur Verfügung stehen werden, um alte Serien zu verlängern. Ganz ehrlich, bis zum 18. Mai wissen wir nicht, ob es weiter geht oder nicht. Trotz der verbreiteten News, dass alles schon klar ist, wird es eine Entscheidung in letzter Sekunde sein. Wir haben aber Hoffnung, denn unsere Fans sind unglaublich kreativ und kämpfen massiv für die Zukunft der Serie.

V.T.: Für dich scheint es mit FOX immer gleich zu laufen. Du spielst wieder in einer Sci-Fi-Serie, die die Fans lieben, mit deren Quoten aber das Network nicht zufrieden ist. Nach Firefly kam mit Hilfe der Fans der Film Serenity auf die große Leinwand. Jetzt kommt der Terminator-Film, und weitere sind geplant. Könntest du dir vorstellen, in den Filmen mitzuspielen?

S.G.: Im Prinzip ja. Die Produzenten haben schon mit mir über die Idee gesprochen, mich zwischen den Soldaten immer wieder auftauchen zu lassen, aber das ist nur eine Idee im Moment. Denn ich finde, dass die Serie und die Filme von unterschiedlichen Welten handeln und von unterschiedlichen Realitäten. Ich sehe beides als zwei Versionen der Terminator-Geschichte. Ich freue mich übrigens sehr auf den Film, es wird ein richtiges Spektakel. Und ich bin generell sehr stolz, Teil von dem Franchise zu sein. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass Terminator so ein wichtiger und großer Teil meines Lebens sein wird. Es war das erste Mal, dass ich auf Billboards zu sehen war und es war einfach ein Durchbruch.

V.T.: Wir hoffen, dass die Serie verlängert wird und die dritte Staffel in der Zukunft spielt. Meiner Meinung nach - und die teilen auch viele Fans - wäre das großartig. Wie siehst du das?

S.G.: Yes!!! Das wäre das Beste. Ich liebe die Szenen, die in der Zukunft spielen - das ganze Katz-und-Maus-Spiel in dreckigen Tunnels und kargen Landschaften - das ist absolut mein Ding. Da ich als Cameron wirklich wenige Zukunftsszenen hatte, war ich immer sehr neidisch auf die Jungs, die in der Zukunft drehen durften.

V.T.: Eine Handlung in der Zukunft würde der Serie sehr helfen, denke ich.

S.G.: Denke ich auch. Denn die zweite Season stellte mehr Fragen, als sie beantwortete; das Ganze explodierte in unterschiedliche Richtungen, die weiter verfolgt werden müssen, und das Schicksal der Figuren muss sich aufklären. Denn in der zweiten Season sind wir auch mehr geworden im Vergleich zu der ersten, als wir nur zu dritt waren - nach einer Weile war das wirklich anstrengend. Wir waren wirklich einfach kaputt und fertig. Es war mehr Arbeit, als wir erledigen konnten. So schrien wir nach Hilfe, denn wir waren komplett ausgebrannt (lacht). Und die bekamen wir auch.

V.T.: Du hast gerade erwähnt, dass es für die Figuren in unterschiedliche Richtungen ging. Was ist mit Cameron?

S.G.: Ich will nicht, dass Cameron weggeht, und Josh versprach mir, dass es nicht der Fall sein wird.

V.T.: Das hoffen wir auch, denn wenn nicht, werden viele, viele Fans traurig sein.

S.G.: Danke, herzlichen Dank, das bedeutet mir viel!

V.T.: Ich denke, dass es auch nicht ohne Cameron geht, denn die Figur von Cameron macht den schon angesprochenen Unterschied zwischen den Filmen und der Serie aus. Denn Terminatoren sind in den Filmen dazu da, den Tod zu bringen, während Cameron da ist, um zu beschützen, um Leben zu erhalten und vielleicht auch lieben zu lernen (sie lacht). Sie ist ein Mittel, über menschliche Emotionen und Beziehungen zu reflektieren.

S.G.: Nochmals danke! Denn ich bin glücklich, dass unser Vorsatz auch rübergekommen ist, dass unsere Arbeit geschätzt wird und die Richtung, die wir gewählt hatten. Ich bin sehr froh, dass Cameron als Figur von den Fans akzeptiert wurde, denn ich weiß, wie viel die Terminator-Filme den Fans bedeuten: Arnold ist ein Weltstar und hat eine Riesenfangemeinde, und es war nie unser Vorhaben, die Filme zu imitieren oder in ihre Richtung zu gehen. Arnold ist Arnold. Wir respektieren und schätzen seine Leistungen und die Figur, die er verkörperte - deswegen haben wir nicht versucht, sie neu zu kreieren, sondern unsere Serie verfolgte andere Ziele. Ich bin sehr dankbar, dass man in mich das Vertrauen setzte, Cameron zu spielen.

V.T.: Manche Fans beschwerten sich, dass die zweite Season zu langsam ablief - bis zum Ende. Aber meiner Meinung nach waren die langsamen Episoden wichtig, um ein rasantes Ende aufzubauen, um die Geschichte reif zu entwickeln, von allen Richtungen aus!

S.G.: Ja, genaus so ist es. Man muss eine Geschichte aufbauen, vor allem wenn es sich nicht um einen Film, sondern um eine TV-Serie handelt. In einem Film hat man nur drei Stunden, um eine spektakuläre Geschichte zu erzählen. Bei TV-Serien hat man meistens ganze 22 Episoden und muss sie nutzen. Deswegen müssen TV-Zuschauer manchmal auch mehr Geduld aufbringen als Film-Zuschauer, die auf eine schnelle Befriedigung ihrer Erwartungen aus sind. Beim TV zahlt sich alles meistens am Ende aus.

V.T.: Kannst du einen Tag am Terminator-Set beschreiben?

S.G.: Ja, der Tag fängt mit mir und meinem Make-Up an. Sehr früh (lacht). Jeden Morgen sind die Stylisten und ich als erste wach. An sich ist das sehr nett, denn so können wir in Ruhe tratschen über alles und jeden am Set (lacht). Später kommen auch die Männer, fangen an sich zu rasieren, wir üben unsere Textpassagen und nach und nach wird es voll. Wir sind wie eine Familie und das ist der Grund, warum ich bevorzuge, im Fernsehen zu spielen. Im Film kann das auch passieren, aber meistens kommt man, tut den Job und geht dann. Während man im Fernsehen dauerhaftere Beziehungen aufbaut. Natürlich haben wir auch unsere Diskrepanzen untereinander, aber auch genug Zeit, um sie zu bereinigen. Es ist einfach wie in einer Familie.

Also, nachdem wir fertig sind, kommt der lustige Teil, denn Thomas Dekker ist die lustigste Person, die ich kenne und kann einfach nicht ohne etliche Witze seine Arbeit machen. Dazu kommt noch Shirleys unglaublicher schottischer Akzent und die gute Stimmung ist komplett. Wir sind als Cast berühmt für unseriöses Benehmen (lacht).

Oft lernen wir den entsprechenden neuen Regisseur kennen, der am Anfang über uns entsetzt ist (lacht), und besprechen mit ihm den Drehtag. Als Cast sind wir so zusammengewachsen und jedes Castmitglied kennt seine Figur so gut, dass die Regisseure schnell wieder beruhigt sind.

Danach werden auch Stunts geübt. Da wir in der zweiten Staffel mehr on location filmten, setzten wir uns nach den Vorbereitungen zum jeweiligen Ort des geschehens in Bewegung. Wir filmen ungefähr 6 Seiten Drehbuch pro Tag, d.h. 15-16 Stunden Arbeit. Wir leben buchstäblich in der Serie.

V.T.: Wie ist die Zusammenarbeit mit den Autoren? Tut ihr alles, was euch vorgegeben wird, oder fließen in eure Figuren auch eure eigenen Vorschläge und die eigene Sichtweise ein?

S.G.: Das ist etwas, worüber wir während der zweiten Season oft miteinander sprachen. Während sowohl Richtung und der Ablauf des Ganzen als auch die Entwicklung der Figuren in der ersten Season ziemlich klar waren, bewegte sich alles in der zweiten in so viele unterschiedliche Richtungen, dass manche von uns wirklich nicht wussten, wo alles hinführt und den Bedarf verspürten, mehr in die Entwicklung der eigenen Figur involviert zu werden. Das ließen die Autoren auch zu. Dank der exzellenten Beziehung, die wir zu den Autoren haben, ist eine Art Vertrauen entstanden. Es ist nicht so, dass an dem schon sowieso sehr anstrengenden und beschäftigten Drehtag jemand von uns ständig nachfragt, warum die Figur dies oder jenes machen soll bzw. warum nicht. Wir haben Vertrauen ineinander, dass jeder seinen Job tut. Wir sind ein Team.

V.T.: Du bist sehr beschäftigte Schauspielerin. Bleibt dir Zeit, andere Serien zu verfolgen bzw. einfach fernzusehen? Was ist auf deinem TiVo?

S.G.: Zu meinen Favoriten gehört die Serie Brothers & Sisters, ich liebe 30 Rock. Am Anfang habe ich sie nicht gemocht, aber meine Schwestern (Anmerkung V.T.: Summer Glaus zwei Schwestern waren auch mit nach Bonn gereist.) brachten mich dazu es wieder zu versuchen und jetzt bin ich ein Riesenfan. Außerdem mag ich American Idol, guckt man die Show auch hier?

V.T.: Wir haben German Idol.

S.G.: Oh, dann muss ich auf jeden Fall einen Blick werfen. Ich liebe den Wettbewerb. Dieser Aspekt macht die Sendung interessant für mich. Außerdem mag ich Top Chef, Project Runway. Ich liebe generell Fernsehen und schaue immer fern, wenn ich Zeit habe, aber es ist schwer während der Dreharbeiten, denn es bleibt kaum Zeit zum Schlafen! Aber manche Shows gucken wir alle zusammen, der ganze Cast von Terminator, wie Top Chef und Project Runway. So können wir am nächsten Tag zusammen diskutieren (lacht).

V.T.: Eine letzte Frage: Was hast Du noch vor? In welchen neuen Projekten können wir Dich sehen?

S.G.: Gerade habe ich ein Angebot für eine Filmrolle bekommen. Es ist ein Film, in dem ich unbedingt spielen möchte. Ich würde noch nicht sagen, um welchen Film es sich handelt, bevor ich in zwei Wochen mehr Klarheit habe, denn wenn Terminator verlängert wird, dann kann ich die Rolle sowieso nicht annehmen. Aber ich las das Drehbuch und war absolut begeistert. Es ist jetzt schwer, einfach zu Meetings zu gehen und sich Sachen anzugucken, denn die erste Frage ist, ob unsere Serie abgesetzt wurde. Aber ich muss auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es nicht weiter geht, und deswegen ist es für mich beruhigend, dass ich letzte Woche dieses Projekt entdeckt habe.

V.T.: Danke, dass Du Dir die Zeit für unsere Fragen genommen hast.

S.G.: Ich bedanke mich auch für das Gespräch.

Diese Woche werden wir einen umfassenden Bericht über die FedCon veröffentlichen, sowie auch weitere Sci-Fi-Artikel über Terminator: The Sarah Connor Chronicles (mit Auflistung der Seiten zur Rettung der Serie), Firefly, Star Trek usw.

Und bitte nicht vergessen: Save Terminator: The Sarah Connor Chronicles!

2 Kommentare
vladdracula schreibt vor einem Jahr
Ich vermisse Terminator:(
baiRforce1 schreibt vor 11 Monate
Ich vermisse den Summer, die Wortwahl ist bewusst gewählt. :)
Die Frau ist einfach ein Traum, ich vermisse allerdings nicht nur Terminator, oder werde es vermissen denn ich gucke momentan noch die zweite Staffel, sondern auch Firefly, die Serie war einfach genial.
Ich könnte heulen. :(
Mich wundert nur dass das Interview immer noch auf der Hauptseite von Serienjunkies steht, vermutlich liebt Serienjunkies Summer Glau genauso wie wir. ^^
--
zuletzt geändert:17.10.2009 16:25

Vladislav Tinchev veröffentlichte diese Meldung am Dienstag, 5.Mai 2009 12.00 Uhr

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