Der diesjährige Februar ist ziemlich deprimierend dunkel, kalt und lang, obwohl es sich um den kürzesten Monat des Jahres handelt. Man würde den Februar kaum aushalten, wenn nicht ... Jack wäre. In dunklen, kalten Zeiten braucht man ihn und eine erwärmende Dosis heftiger Action!Und die gab es reichlich in dieser Episode! Wie es nur gekracht hat! Die Episode war voll gepackt mit Jack Bauer-Classics! Im Prinzip könnte man die Qualität einer 24-Folge daran messen: a) Wie oft Jack Leute anschreit bzw. erschießt (weil Folter jetzt nicht mehr in ist) und 2) Wie oft er den geflügelten Satz sagt: „We don't have much time.“ Die achte Folge der neuen Staffel war voll davon. Hier ein Leckerbissen zum Aufwärmen:
Jack zu Lary Moss (schreiend): „When are you people gonna stop thinking everyone else is following your rules? They're not!“
Übrigens wurde die Episode geschrieben von (Buffy-Fans aufgepasst!) David Fury, der als Producer und Autor mehrerer Buffy- und Angel-Episoden den Fans bekannt sein sollte. Und tatsächlich konnte diese Folge sowohl mit ihren Dialogen als auch mit dem Ablauf der Handlung bis auf ein paar Ausnahmen absolut überzeugen.
Aber jetzt von vorne. Die Folge wurde mit der Audienz von Bauer & Co. bei Präsidentin Taylor eröffnet, während der Maulwurf-Agent Vossler Mr. Taylor zu Dubakus neuem (wieder mal dunklem) Hinterzimmerversteck brachte. Als Jack, Chloe und Bill in das Oval Office rein marschierten, hatte die Szene wirklich A-Team-Charakter. Dubaku, bis jetzt ein ausgezeichneter Schurke (wenn man schon seine Stimme hört, guckt man sich sofort nach einer Bombe um), ruft ein paar Augenblicke später die Präsidentin an und teilt ihr mit, dass ihr Mann sterben wird, wenn sie den Einmarsch der US-Truppen in Sangala nicht stoppt.
Um es unmissverständlich zu machen, lässt er seine Leute Taylor einen Finger abschneiden, während die Präsidentin noch zuhört. Sie ist bereit, ihren Mann zu opfern... aber war da nicht noch jemand im Oval Office? Jack Bauer, jawohl. Er bietet ihr seine Hilfe an, um Mr. Taylor rechtzeitig zu finden. Dann folgt wieder mal ein klassischer Moment, auf den wir lange gewartet haben:
Taylor: „How am I supposed to know where your loyalties really lie?“ Jack: „With all due respect, Madame President, ask around.“
Yes!
Sie entscheidet, das Fragen sein zu lassen und bewilligt Jack die Action, worauf er nur gewartet hat. So explosiv hat man Jack lange nicht mehr gesehen.
Als erstes gilt es, Vossler zu finden. Dafür muss man (leider) Agent Moss ins Vertrauen ziehen, was weder Jack noch Moss selber passt, wie man deutlich an der Konfrontation der beiden (die ich am Anfang des Artikels zitiert habe) erkennen kann. Aber Lary ist so glücklich und überwältigt, Renee wieder lebendig zu sehen, dass er mitmacht.
Larry: „The rules are what make us better. “Jack: „Not today.“
Jack will von Renee, dass sie Vosslers Familie (Frau und Baby) bedroht, um die Adresse von Dubakus Versteck aus ihm herauszupressen. Renee hat Bedenken, aber: We don't have much time!
Und Jack macht sich mit Moss' SUV (Ford - für so einen würde ich Ford-Werbung in jedem Artikel machen) auf die Verfolgungsjagd nach Vossler. Und er findet ihn. Finden bedeutet hier Folgendes: Nachdem Jack durch den Gegenverkehr gerast ist, rammt er Vosslers Auto, stürmt wie ein Verrückter heraus, schlägt Vossler durch das zerbrochenen Fahrerfenster ins Gesicht und verschleppt ihn in einen Hauseingang, wo schnell Kontakt mit Renee aufgenommen wird, um Vossler die Situation klar zu machen. Nachdem er schon alles preisgegeben hat, macht Vossler den Fehler, Jack mit einem Messer zu attackieren, was selbstverständlich zu Vosslers Tod führt, nachdem Jack ihm auf kunstvolle Art und Weise das eigene Messer in den Bauch gerammt hat. Als Jack später Renee nebenbei erzählt, dass Vossler tot ist, tut sie geknickt, und er rät ihr, das alles sein zu lassen, falls sie es nicht aushalten würde. Ihre Antwort könnte man sogar als eine Art 24-Humor betrachten, denn sie sagt: Tomorrow.
Liebe Renee, tomorrow ist die achte Staffel!
Was an dieser Folge auszusetzen wäre, ist die Geschichte mit Dubaku und seiner Freundin Marika (wo hat er sie eigentlich gefunden?) und ihrer Schwester, die ihn mit Informationen über seinen Imigrationsstatus erpresst, Marika zu verlassen (komisch, dass keine der beiden ihn in den Nachrichten gesehen hat!). Dass führt nur dazu, dass Dubaku das Versteck kurz verlässt, um diese Angelegenheit ins Reine zu bringen. Die einzige Rechtfertigung dieses Erzählstranges (innerhalb dieser Folge) wäre das Bemühen der Autoren, Dubaku aus Jacks Weg zu schaffen, damit er diese Folge überleben und dann für weitere Verstrickungen sorgen kann. Aber bei 24 weiß man ja nie, ich würde mich nicht wundern, wenn plötzlich Kim Bauer mit einem Einkaufskorb auftauchte...
Jack und Renee stürmen Dubakus Hinterzimmer und schaffen es, alle zu erledigen (hier wäre Jacks Shoot-And-Slide-Move zu erwähnen, der äußerst realistisch und überraschend rüberkommt und den wir aus dem POV des Terroristen erleben), nur der letzte Sangalese schießt kurz vor seinem Tod Mr. Taylor an. Jack schreit nach einem Krankenwagen... Da-dam, da-dam, da-dam.
Dank Jack brannte es an diesem kalten Februartag lichterloh!
Mariano Glas veröffentlichte diese Meldung am Mittwoch, 18.Februar 2009 15.00 Uhr
[ Seitenanfang | Startseite | Newsübersicht | Suchen | iPhone App!]
© 2003-2010 serienjunkies.de, Alle Rechte vorbehalten.
Jegliches Kopieren der Texte und Inhalte, auch auszugsweise, bedarf der vorherigen schriftlichen Genehmigung. Die gewerbliche Nutzung erfordert in jedem Fall eine Genehmigung. Widerrechtlich Verstöße werden verfolgt.
Impressum