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24 - Review: Episode 6, 1:00 p.m. - 2:00 p.m.

Jack Bauer ist mit Abstand der beste Undercover-Agent aller Zeiten. Wir erinnern uns an einige Beispiele aus der 24-History, in welchen Jack zum Äußersten griff, um seinen Undercoverstatus zu verteidigen. Vorsicht Spoileralarm!


Welcher TV- oder Filmheld hat schon einmal, ohne zu zögern, eine Waffe auf den Kopf des Verlobten seiner Tochter gerichtet und abgedrückt? Oder denken wir noch weiter zurück an die zweite Staffel, als Bauer dem Gefangenen Marshall Goren (Carl Ciarfalio), der seinen Deal mit der Regierung schon in der Tasche hatte, nur eine einzige Frage stellte: Are you Marshall Goran? Nach der Bestätigung folgte eine dramatische kurze Pause – dann zog Jack die Waffe und schoss ihm in die Brust. Sein Chef Mason schrie: Are you out of your mind? Bauer antwortete seelenruhig, dass dies eben der Preis dafür sei, die Bombe zu finden, und fügte noch hinzu, er bräuchte eine Kettensäge. Mit dem abgesägten Kopf als Beweis für seine Loyalität trat er seine Undercover-Mission an. In der letzten Folge der neuen Staffel nun kidnappte Jack Sangalas Premierminister, wobei er ihn und seine Frau fast erstickte; anschließend schoss er die FBI-Agentin Walker an und begrub sie lebendig (keine Angst, natürlich überlebt sie das).

Also das nenne ich überzeugend. Aber zum vielleicht ersten Mal nicht überzeugend genug. Denn als Emerson, Jack, Tony, Mutobo und seine Frau am Rendezvousplatz ankommen, setzt Emerson die Waffe an Jacks Kopf. Davor, im Van, fragt Jack nach den Umständen, unter welchen Tony damals überlebte. Unter anderem erzählt Tony, dass Emerson ihn wie einen Bruder behandelt hätte. Trotzdem antwortet er auf Jacks Frage „Are you ready?“ mit „Yeah.“ So von Emerson mit der Waffe am Kopf gehalten, ruft Bauer: „Take the shot. Tony, take the shot.“ Tony schießt und trifft Emersons Schulter. Den Rest erledigt Jack mit einem Schuss in den Hals.

An den anderen narrativen Fronten hadert währenddessen die Präsidentin mit ihrer Entscheidung; ihr Mann (völlig gelähmt durch die Spritze) wartet auf seinen Tod; und das FBI sucht mit allen Mitteln nach Renee, Bauer und Tony. Dabei wird eins klar: Ihr Chef empfindet mehr für sie als nur Sympathie für eine gute Mitarbeiterin.

Ach ja: Chloe und Bill kommen nicht wirklich rechtzeitig, um Renee zu retten, aber wir erinnern uns, dass 24 in seinem dramaturgischen Ärmel immer noch die Adrenalinspritze hat - damit wird Renee schließlich auch beehrt und wieder ins Leben geholt. Und sofort mit einer Unmenge an Infos überhäuft.

Dann wird auch der Handlung eine Adrenalinspritze verpasst: Im Lagerhaus, wo Jack & Co sich befinden, geht die Post ab... Dubakus Zwischenhändler, der Mutobo abholen will, hat von Dubaku den Befehl, Emersons komplettes Team (incl. Jack und Tony) anschließend zu erledigen. Da hat man die Rechnung ohne Jack gemacht, der seine Qaulitäten als Scharfschütze unter Beweis stellt und seinerseits alle bis auf den Zwischenhändler erledigt – der soll ja Mutobu zu Dubaku bringen und damit auch Jacks Team, natürlich ohne es zu wissen.

In der Zwischenzeit läuft Dubakus Ultimatum ab; da die Präsidentin immer noch hartnäckig bleibt, lässt er vor ihren Augen über Washington D.C. zwei Flugzeuge miteinander kollidieren. Trotzdem will Taylor die Truppen nicht zurückziehen, obwohl ihr ganzes Kabinett dafür ist - ihre Sturköpfigkeit erinnert uns stark an David Palmer...

Zurück in Samanthas Wohnung: Der bewegungslose Henry Taylor kann den Mord an Samantha nicht verhindern. Nachdem sie tot ist, beginnt der Security Service-Maulwurf und Verräter alles so zu inszenieren, als hätte Taylor sie ermordet und dann Selbstmord begangen – an sich kein schlechter Plan, den Mann der Präsidentin zu verabschieden, aber etwas verfrüht: Als Henrys betrügerischer Assistent versucht, ihn über das Geländer der zweiten Ebene der Loftwohnung zu ziehen und zu erhängen, wehrt er sich irgendwie und reißt den Bösewicht mit sich. Als sie auf dem Boden aufschlagen, schafft es Taylor, ihm den Rest zu geben und ihn zu erdrosseln. Also nicht weniger hartnäckig als seine Frau: Hut ab...

Dubaku in seiner pechschwarzen Kommandozentrale wirkt richtig angepisst und befiehlt den nächsten Angriff, bei dem mit mindestens 17 000 Opfern zu rechnen ist: „Begin!“

Da-dam, da-dam, da-dam...

Erst in diesem Moment habe ich realisiert, dass dies das Ende der Folge ist: es waren nur gefühlte 10 Minuten vergangen. Wie gesagt, Adrenalin pur...

Vladislav Tinchev veröffentlichte diese Meldung am Mittwoch, 4.Februar 2009 12.00 Uhr

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