Noch ohne festen Zeitplan hat die Gewerkschaftsführung der amerikanischen Schauspielergewerkschaft SAG begonnen, eine Urabstimmung vor zu bereiten, die der Gewerkschaftsspitze die Möglichkeit geben soll, einen Streik auszurufen.Dabei möchte die Gewerkschaftsspitze, so „SAG“-Verhandlungsführer „Doug Allen“, im Falle einer Zustimmung der Gewerkschaftsbasis - das heißt, 75% der abstimmenden Mitglieder stimmt für eine Authorisation für die Gewerkschaftsspitze, einen Streik auszurufen - nicht unbedingt auch wirklich streiken. Sie sieht die Zustimmung der Basis zu einem Streik aber als Möglichkeit an, die Film- und Fernsehproduzenten der „AMPTP“ in den Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag zu Zugeständnissen bewegen zu können.
Daher wollen die Gewerkschafter die Streikbefragung auch mit einer Informationskampagne versehen, die erklärt, warum die Gewerkschaftsspitze das momentane Angebot der „AMPTP“ als ungenügend ansieht. Offiziell sind dies vor allem Probleme bei der Entlohnung der Arbeit von Schauspielern bei Produktionen, die über die sogenannten „Neuen Medien“ - also Video-on-Demand, Internetvideos, Webisodes und -serien - vertrieben werden oder gar ausschließlich für diese Produziert werden.
Luft bekommt die momentane harte Verhandlungsführung der „SAG“ durch eine jüngst eingereichte Beschwerde der Autorengewerkschaft „WGA“, die behauptet, die „AMPTP“ sei ihren finanziellen Verpflichtungen aus dem erst im Februar geschlossenen Tarifvertrag zwischen beiden Parteien gerade in Bezug auf die Entlohnung der Arbeit in den Neuen Medien nicht nachgekommen.
Auf der anderen Seite stehen die Sprecher der „AMPTP“, die gegenüber den Schauspielern warnend die Stimme erheben. Da die Gewerkschaftsführung der Schauspieler bisher keinerlei Kompromissbereitschaft gezeigt habe, gebe es keinen Grund anzunehmen, dass sie im Fall einer Streikauthorisation nicht sofort den Streik ausrufen würden.
Gerade in Anbetracht der jüngsten Wirtschaftskriese sei es seitens der „AMPTP“ nicht einzusehen, warum eine einzelne Gewerkschaft bessere Konditionen erhalten solle, als die anderen. Zumal die Filmwirtschaft immer noch unter den Auswirkungen des Streiks der Drehbuchautoren zu leiden habe.
Mittlerweile ist es der „AMPTP“ gelungen, mit allen anderen sechs für das Filmgewerbe zuständigen Gewerkschaften neue, gleichartige Tarifverträge auszuhandeln - nur eben nicht mit der „SAG“.
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Bernd Michael Krannich veröffentlichte diese Meldung am Dienstag, 25.November 2008 11.00 Uhr
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