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Flight of the Conchords: Review zur ersten Staffel

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Machen auf ihrem Weg nach oben Rast: Jemaine und Bret in „Flight of the Conchords“  (c) HBOAm vergangenen Donnerstag feierte die HBO-Serie Flight of the Conchords ihre deutsche Premiere auf der Cologne Conference. Der Kölner Drehbuchautor <em>Dominik Ahrens</em> hat dies zum Anlass genommen, sich die erste Staffel für Serienjunkies anzuschauen.


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Inhalt

Die Stadt, die niemals schläft, ist um zwei Schnarchnasen reicher: Die beiden verpeilten Musiker Jemaine (Jemaine Clement) und Bret (Bret McKenzie) haben ihre Heimat Neuseeland hinter sich gelassen, um in New York endlich den Durchbruch mit ihrer Band „Flight of the Conchords“ zu schaffen. Bis sich Ruhm und Reichtum einstellen, teilen sie sich eine winzige Wohnung und füllen ganze Notizblöcke mit Songentwürfen über die großen Themen des Lebens: Liebe, Freundschaft und Roboter.

Den kommerziellen Erfolg der Band haben sie vertrauensvoll in die Hände ihres Managers Murray (Rhys Darby) gelegt, der hauptberuflich stellvertretender Kulturattaché von Neuseeland ist und hochoffizielle Bandtreffen gerne während seiner Arbeitszeit in der diplomatischen Vertretung abhält. Murray ist zwar alles andere als erfolgreich und besorgt den Beiden gerne unbezahlte Gigs an wenig glamourösen Orten, nimmt seinen Job dafür aber extrem ernst.

Wenn sie schon keine Top-Ten-Hits oder ausverkaufte Konzerte haben, so können die „Conchords“ doch immerhin einen einzelnen Groupie vorweisen: Mel (Kristen Schaal, The Daily Show) lauert ihren „Stars“ vor der Haustür auf, leitet als einziges Mitglied den Fanclub und fühlt sich zu den Beiden sexuell hingezogen – sehr zum Leidwesen ihres Ehemanns Doug, der sie häufig begleitet.

Im Laufe der 12 Folgen von Staffel 1 kämpfen die Conchords mit typischen Stolpersteinen auf dem Weg zum Erfolg: Sie verlieben sich in die gleiche Frau, werden ausgeraubt, diskriminiert, von ihren Erzfeinden (den Australiern) verspottet und müssen die Band zeitweise auflösen, damit Bret eine Karriere als Wegweiser verfolgen kann. Doch kein Problem ist so groß, dass es nicht mit der Kraft der Musik gelöst werden könnte. Keine Situation ist zu abwegig, um nicht als Anlass für eine spontane Gesangseinlage zu dienen, keine Metapher zu schief, um nicht einen Text darum zu stricken.

Flight of the Conchords wurde zunächst als weitgehend improvisierte Radioshow für BBC2 entwickelt und von seinen beiden Entwicklern und Darstellern Clement und McKenzie 2007 als Fernsehserie für HBO adaptiert.

Kritik

Bei all den immer gleichen Castingshows im Fernsehen vergisst man leicht, dass es eigentlich nur zwei Musiker mit Klampfe braucht, um eine Band zu gründen.

Man vergisst aber auch, dass krächzende Teenies nicht das Monopol auf Peinlichkeit halten. Jemaine und Bret sind daher einerseits rührend altmodisch, auf der anderen Seite aber auf der Höhe der Comedy-Zeit: Auf wortgewandte Gag-Gewitter wird weitgehend verzichtet.

Stattdessen lebt die Serie von der hervorragend gespielten Lethargie ihrer Hauptfiguren, ihrer neuseeländischen Provinzialität im Kontrast mit dem „Big Apple“ und ihren Spleens. Hervorragend unterhalten wird hier jeder, der z.B. The Office oder Extras übersteht, ohne sich vor Fremdscham zu winden. Es dürfte allerdings jedem schwer fallen, die Hauptfiguren nicht sympathisch zu finden, die so offensichtlich keinerlei Starqualitäten oder Pläne haben und trotzdem nicht daran zweifeln, eines Tages berühmt zu sein.

Unbestrittene Höhepunkte sind die Songs jeder Folge: Sie funktionieren als Musical-Parodie (ähnlich wie in der legendären Buffy-Episode [folge=Once More with Feeling, Buffy the Vampire Slayer] werden die profansten Dinge plötzlich besungen) oder als Hommage (solange man sich noch an Künstler wie David Bowie erinnern kann) und sind in allen Varianten von Elektropop bis Gangsta-Rap brüllend komisch.

Mit Flight of the Conchords hat HBO wieder ein Format im Programm, das aus der Masse der stromlinienförmigen Lachkonserven-Comedys hervorsticht. „Edgy“ nennt das der Amerikaner: eine Show mit Ecken und Kanten.

Auf den zweiten Blick sind sich die „Conchords“ und die „Superstars“ der Castingshows dann aber doch nicht so unähnlich: Beide zeigen uns, wie unglaublich albern die Posen und Attitüden der Musikbranche sind, wenn man mal zu genau hinsieht.

Ein Termin für die Ausstrahlung der Serie in Deutschland steht noch nicht fest. Season 1 ist in den USA bereits auf DVD erschienen, Season 2 startet im Januar auf HBO.

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Christian Junklewitz veröffentlichte diese Meldung am Dienstag, 14.Oktober 2008 08.00 Uhr


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