Mit seinem Herzensprojekt Mad Men schuf Matthew Weiner eine der am meisten und besten besprochenen Serien des letzten Jahres, ein Kritikerliebling, eine Serie, die den kleinen Sender AMC in die Riege der Größen brachte, mit deren Eigenproduktionen man rechnen muss - eine Serie, mit verdammt wenig Zuschauern. Nun sucht Weiner nach in Hollywood nach einem Entwicklungs-Deal und die Frage ist: Was ist das alles wert.Für Produzenten und Autoren einer der wichtigsten Karriereschritte ist der Abschluss eines gut dotierten Entwicklungs-Deals. Meist mit einer Laufzeit von zwei bis drei Jahren wollen sich die Kreativen hinter den Serien fest bei einem Produktionsstudio anstellen lassen, um von vorneherein für ihre Arbeit bezahlt zu werden - nicht erst, im Erfolgsfall.Außerdem erspart man sich mit so einem Deal das Klinkenputzen, wenn man denn ein neues Format entwickelt hat.
Nachdem seine Verpflichtungen bei Mad Men mit der Erstellung der zweiten Staffel zunächst abgeschlossen sind, sucht Matthew Weiner nun eine solche Anstellung. Auf der anderen Seite haben AMC und Lionsgate TV - das Produktionsstudio hinter Mad Men - gerade mit Verhandlungen über eine dritte Staffel der Serie begonnen, an der Weiner sicherlich im Fall einer Verlängerung auch weiterhin beteiligt sein wollen würde - hat er doch einen Fünf-Season-Plan für seine Figuren .
Die Frage ist nun, wieviel Geld ihm in welcher Konstellation geboten würde (also ob ein möglicher neuer Arbeitgeber ihn für die Produktion von Mad Men freistellen würde, wenn er sich mit einem geringeren Gehalt bescheiden würde); ob zum Beispiel Lionsgate im Fall einer Verlängerung seiner (Kritiker-)Erfolgsserie bereit wäre, einen anderen Konkurrenten zu überbieten.
Interessant sicher auch die Frage, was einem Studio nun die Kombination aus Kritikerlob und schwachen Quoten wert ist: Einerseits hat man zwei Golden Globes, einen prestigeträchtigen Peabody-Award und vier Emmy-Nominierungen - andererseits erreicht man gerade einmal um die eine Millionen Zuschauer pro Episode.
Unwägbar wird das Ganze durch die durch den Autorenstreik sicherlich veränderte Hollywood-Welt (so wurden ja viele Kreative aus ihren Entwicklungs-Verträgen gekündigt - einerseits spricht das dafür, dass diese nicht die in sie gesteckten Erwartungen erfüllten und sich ihre Verträge für die Produktionsstudios als verschwendetes Geld herausstellten - andererseits wäre eben dadurch auch Geld für Neueinstellungen frei).
Bernd Michael Krannich veröffentlichte diese Meldung am Sonntag, 14.September 2008 06.00 Uhr
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