Schauspieler-Gewerkschaft SAG und der US-Studioverband AMPTP haben sich darauf verständigt, formelle Gespräche über einen neuen Tarifvertrag am 15. April zu starten. Der alte Vertrag läuft zum 30. Juni aus.Nervös blickt Hollywood auf die anstehenden Tarifverhandlungen der Schauspieler, denn obwohl die Gespräche noch gar nicht begonnen haben, machen Befürchtungen die Runde, dass der amerikanischen Film- und Fernsehindustrie ein zweiter Streik bevorstehen könnte.
Diese Angst ist es wohl auch, die zur Spaltung zwischen SAG und ihrer Schwestergewerkschaft AFTRA geführt hat: Seit Ende der 70er Jahre bestand zwischen beiden Künstlergewerkschaften eine Vereinbarung, das so genannte Phase-One-Abkommen, demnach Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern von beiden Gewerkschaften gemeinschaftlich geführt werden würden.
Doch vor wenigen Tagen hat AFTRA das Phase-One-Abkommen mit SAG aufgekündigt: Zur Begründung führte AFTRA-Chefin Roberta Reardon an, dass SAG sich unsolidarisch verhalten hätte, indem die Gewerkschaft versucht hätte, die Daytime-Soap The Bold and the Beautiful aus dem Zuständigkeitsbereich der AFTRA zu lösen - also quasi "zu stehlen". Die SAG bestreitet die Vorwürfe: Zwei Schauspieler aus der Serie hätten sich mit SAG-Vertretern getroffen, um sich über die schlechte Vertretung durch die AFTRA zu beschweren. Allerdings habe man die beiden an die AFTRA zurückverwiesen, mit der sie ihre Probleme direkt hätten klären sollen.
Tatsächlich besteht der Kernkonflikt zwischen beiden Gewerkschaften darin, dass AFTRA in den Augen der SAG zu "soft" sei, d.h. in ihren Abschlüssen zu produzentenfreundlich. Umgekehrt wirft AFTRA der SAG vor, von politisch motivierten und tendenziell inkompetenten Hardlinern geführt zu werden, die es um jeden Preis auf einen Streik ankommen lassen würden.
Wie es aussieht, werden die kommenden Wochen also wieder spannend werden.
Christian Junklewitz veröffentlichte diese Meldung am Donnerstag, 3.April 2008 09.00 Uhr
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