Serienjunkies.de®Alles zu Deinen Lieblingsserien!
[ Startseite | Newsübersicht | Suchen | Aktuelle Kommentare]

Das Internet-Desaster der AMPTP

Dem US-Studioverband AMPTP ist ein ernsthaftes Malheur unterlaufen: Die Industrieorganisation, die im Internet unter der Adresse www.amtpt.org zu finden ist, hat es unterlassen, sich auch die entsprechende Dot.com-Domain zu sichern. Findige Drehbuchautoren haben dort jetzt eine Parodie der AMPTP-Seite online gestellt.


Man möchte fast sagen: Kein Wunder, dass die Produktionsfirmen sich so schwer mit dem Online-Geschäft (und der Verteilung der Profite daraus) tun. Sie scheinen einige Grundlagen des Internets noch nicht hinreichend verstanden zu haben. Und sind damit zum Gespött von ganz Hollywood geworden. Denn die Autoren hinter der Parodie-Seite www.amptp.com haben ganze Arbeit geleistet. So findet man dort direkt auf der Startseite die Pressemitteilung, die die AMPTP nach dem Abbruch der Verhandlungen am Freitag herausgegeben hat - in leicht abgewandelter Form. So heisst es dort z.B.:

„Wir sind am Boden zerstört, mitteilen zu müssen, dass trotz unserer größten Anstrengungen (wir haben ihnen Muffin-Körbe geschickt, eine Mix-CD gebrannt und uns vor ihr Fenster mit einem Ghettoblaster hingestellt, der sie mit Peter-Gabriel-Songs beschallt hat) unsere Gespräche mit der WGA zusammengebrochen sind. Ganz ehrlich, wir verstehen nicht, wie das passieren konnte. Wir haben auf dem ganzen Nachhauseweg darüber gesprochen - nachdem wir in ihr Hotelzimmer gestürmt sind, unsere Liste mit Forderungen auf den Tisch geknallt und dann schlagartig den Verhandlungsort verlassen haben - und keiner von uns kann sich vorstellen, was schief gelaufen ist.“

Derweil gerät auch die neue PR-Agentur der AMPTP unter Druck. Mehrere Gewerkschaften, die sich in der Vergangenheit von Fabiani & Lehane hatten in der Pressearbeit beraten lassen, haben ihre Verträge aus Solidarität mit den Drehbuchautoren aufgekündigt. Die Autoren wiederum haben derweil US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ebenfalls darum ersucht, ihre Beziehungen zur Agentur Fabiani & Lehane zu kappen. Diese hatten in den vergangenen Tagen maßgeblich zur Verschärfung des Tons seitens der AMPTP beigetragen, indem z.B. in den Pressemitteilungen der AMPTP nicht mehr länger von den Unterhändlern („negotiators“) der WGA die Rede ist, sondern von den Organisatoren („organizers“) - offensichtlich, um Assoziationen zum Kommunismus zu wecken.

Einem Bericht der Financial Times zufolge (der allerdings wiederum auch auf einem Spin von Fabiani & Lehane beruhen könnte), sind die Studios bestrebt, schnellstmöglich Verhandlungen mit der Regie-Gewerkschaft DGA zu beginnen, um im Falle eines für sie günstigen Abschlusses, die anderen Gewerkschaften, insbesondere WGA und die mit ihr solidarische Schauspieler-Gewerkschaft SAG, unter Zugzwang zu setzen. Zahlreiche Autoren-Regisseure, die gleichzeitig in der WGA und in der DGA Mitglied sind, haben letztere inzwischen darum gebeten, mit dem Eintritt in Tarifverhandlungen noch zu warten.

Christian Junklewitz veröffentlichte diese Meldung am Mittwoch, 12.Dezember 2007 07.00 Uhr

Archiv durchsuchen:

[ Seitenanfang | Startseite | Newsübersicht | Suchen | iPhone App!]


Letzte Aktualisierung: vor 39 Minuten

© 2003-2010 serienjunkies.de, Alle Rechte vorbehalten.
Jegliches Kopieren der Texte und Inhalte, auch auszugsweise, bedarf der vorherigen schriftlichen Genehmigung. Die gewerbliche Nutzung erfordert in jedem Fall eine Genehmigung. Widerrechtlich Verstöße werden verfolgt.
Impressum